Aktuelles

Collogia Solution Day

"Weiter, weiter, fertig." Mit diesen Worten beschreibt mein Kollege Jochen Vosbeck sehr gerne die vielen Konfigurationen im Solution Manager, die weitestgehend automatisch mittels Assistenten eingerichtet werden können. Am 28.4.2016 in Hamburg und 30.06 in Köln findet der diesjährige Collogia Solution Day statt. Ein passender Rahmen, um Interessenten und Kunden von diesem einfachen Konzept zu überzeugen. Aufgrund unserer engen Zusammenarbeit unterstütze ich die Veranstaltungen und das Thema gerne. Wären da nicht Erinnerungen an lange Nachtschichten, um Konfigurationsfehler der Automatismen im Debugger zu analysieren.

Genaugenommen können unsere Meinungen zum Produkt Solution Manager nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite ein ausgewiesener Unterstützer, der gerne und viel Zeit investiert, um mit den neusten Entwicklungen Schritt zu halten. Das bedeutet:

  • Neue Funktionen analysieren und entscheiden, in welchem Umfang und für welchen Kunden, der Einsatz Sinn macht. Als Beispiel Prozessmanagement.
  • Etablierte Funktionen mit jedem neuen Support Package einem umfangreichen Regressionstest zu unterziehen. Seien es ChaRM, Incident Management oder wie sie alle heißen.

Auf der anderen Seite der mahnende Widerpart, der viele gescheiterte Projekte oder Kundenentscheidungen gegen den Solution Manager miterlebt hat. Typische Gründe sind:

  • Die Komplexität zur Anpassung der organisatorischen Prozesse wird unterschätzt.
  • Kunden, die Ihre zentralen Prozesse bereits mit etablierten Non-SAP Produkten abbilden. Seien es kostenoptimierte Out-of-the-box Pakete (Topdesk) oder maßgeschneiderte Lösungen der großen Markführer (z.B. Remedy).

So verrückt es auch klingen mag, genau diese Kombination ermöglicht uns beiden die richtige Nähe und Distanz zum Solution Manager zu wahren. Der Befürworter kennt jederzeit die Stärken, der Gegner sinnvolle Alternativen für die Schwächen des Produkts. Der Dialog mit unseren Kunden bestätigt uns, dass wir Ihre Ideen und Bedenken ernst nehmen und in Ihrem Sinne eine pragmatische und kosteneffiziente Lösung umsetzen können. 

Es ist Februar und 2 Monate vor dem Collogia Solution Day hilft mir diese Erfahrung nur wenig. Das 7.2er Demo System ist installiert und die Analyse der Kinderkrankheiten erfordert Überstunden neben den laufenden Projekten. Auf ein Neues durch die Transaktion SOLMAN_SETUP arbeiten. Die Logik für die neuen Projektzyklen verstehen und abbilden. Die CRM API kontrollieren, damit die Collogia Tools auch im neuen Release wieder reibungslos funktionieren. Das sind die Momente, in denen ich meine defensive Haltung zum Solution Manager bestätigt sehe. Lohnt sich der Aufwand, um Kunden zu zeigen, dass das Produkt noch besser, integrierter und konkurrenzfähiger geworden ist? Wenn mir das um 0:45 Uhr in der Nacht, 4,5 Stunden vor dem Klingeln des morgendlichen Weckers durch den Kopf schießt, ist das eine berechtigte aber niemanden interessierende Frage.

In solchen Phasen ist der Kontakt mit unseren Vertrieblern noch unbequemer als sonst. Verantwortlich für den Erfolg der Aktion nehmen Sie das Controlling in die Hand und erinnern fortwährend an die rechtzeitige Fertigstellung der Präsentationen und Live Demos. Optisch ansprechend sollen sie sein und gleichzeitig kurzweilig präsentiert. Mitleidende Leser wissen, dass diese zwei Kompetenzen einem Techniker nicht immer leicht von der Hand gehen. Den Vertrieblern ist das egal. Sie überzeugen bereits jetzt die potentiellen Besucher von der Qualität der Veranstaltung und das nur auf Basis einer Agenda bestehend aus 15 Zeilen. Das Vertrauen muss unendlich groß sein.

5 Tage vor dem Solution Day in Hamburg. Der Referent für den Themenblock HANA erkrankt schwer. Ein Ersatz für sein laufendes Projekt und, mindestens genauso kritisch, für seinen Vortrag muss gefunden werden. Was wie ein wohlgeplanter Spannungsbogen für eine Kurzgeschichte klingt, treibt dem Planungsgremium noch mehr Blässe in die bereits übernächtigten Gesichter. In einem kurzen Anflug von Wahnsinn biete ich an, den mir bis dato unbekannten Foliensatz aufzuarbeiten und zum Besten zu geben. Als hätte man nicht bereits genug zu tun.

28.4.2016 – 12:50 Uhr: Erst 10 Minuten vor dem Beginn der Veranstaltung komme ich nach 6 stündiger Fahrt im Hotel Gastwerk an. Für die Anreise am Vorabend war keine Zeit mehr. Mit bester Laune empfängt mich Jochen Vosbeck im Eingang. Grinsend frage ich, ob man mich bereits vermisst habe. Er antwortet schmunzelnd, dass er sich erst ab 12:55 Uhr planmäßig Sorgen gemacht hätte. Ich nehme ihm sogar ab, dass er es aufgrund seiner typischen Gelassenheit ernst meint. In solchen Situationen macht es Spaß mit Profis zusammenzuarbeiten.  

Nach der üblichen Firmenvorstellung gilt es für uns als Vortragende die Aufmerksamkeit aufrecht zu halten. Am einfachsten funktioniert das mit verständlichen Praxisbeispielen sowie verbalen Spitzen gegenüber der Gegenpartei. So bleibt der Vortrag spannend und man kann wenigstens einen Teil des Publikums auf seine Seite ziehen. Je nach den kundenindividuellen Erfahrungen mit dem Solution Manager gelingt das für die verschiedenen Zuhörer besser oder schlechter. Das Fazit ist aber immer gleich: Alle erkennen die Parallelen aus den eigenen Erfahrungen und Problemen mit dem sich ständig wandelnden Solution Manager. 

6 Vorträge, 5 Stunden und 3 Pausen später ist der Tag abgeschlossen. Wir lassen die abwechslungsreiche Veranstaltung an der Bar ausklingen. Die Resonanz ist positiv und ich habe neue Interessenten mit den gleichen gemeinsamen Herausforderungen kennenlernen können. So reflektieren wir, was man verbessern kann und tragen Ideen für den zweiten Termin des Collogia Solution Day am 30.06.2016 im Hyatt in Köln zusammen. Ich äußere die Hoffnung, dass keine weiteren Vorbereitungen von mir erforderlich sind. Eine mehr als treffende Antwort rundet den Tag ab: "Da muss man nur noch die Folien auflegen und weiter, weiter, fertig".